Zuletzt aktualisiert am 18.05.2019

Professionalisierung von Blogger Relations

Was vor Jahren noch belächelt wurde, ist heute vollwertige Werbemöglichkeit: die Bloggerkooperation. Blogs sind nicht nur ein angenommenes Marketingelement für Unternehmen und Marken, sondern auch ernst zu nehmende Einnahmequelle des Bloggers. Im Zuge dieser, in den letzten Jahren vollzogenen Professionalisierung von Blogger Relations, ist es nur folgerichtig, dass Blogger und Unternehmen diese Werbemöglichkeit auch entsprechend einsetzen. Doch auch Blogger bewegen sich im Internet natürlich nicht in einem rechtsfreien Raum, sondern müssen rechtliche Vorschriften zur Werbekennzeichnung einhalten – dasselbe gilt selbstverständlich für den Kooperationspartner.

Zwischen redaktionellem Beitrag und unzulässiger Schleichwerbung

Blogger werden meist gerade aufgrund ihrer Authentizität und der damit gewonnenen treuen Leserschaft als Werbemittel von Kooperationspartnern ausgewählt. Immer wieder wenden sich jedoch auch heute noch Unternehmen mit Kooperationsbedingungen an Blogger, die nicht tragbar sind.

So wird beispielsweise oftmals gefordert, dass redaktionell aufbereitete Werbung im Blogbeitrag nicht als solche gekennzeichnet werden soll. Der Beweggrund muss wohl folgender sein: Was nicht wie Werbung aussieht, wird vom Leser auch nicht als solche wahrgenommen.

Einem solchen Blogbeitrag wird vermeintlich mehr Glauben geschenkt als demjenigen, der eindeutig als Werbung gekennzeichnet ist. Genau das ist in Deutschland jedoch nicht erlaubt, da es sich dabei um unzulässige Schleichwerbung handelt, die gesetzlich in nahezu allen Medienformaten verboten ist.

Das Nichtkennzeichnen oder Nicht-Richtig-Kennzeichnen von Werbung, obwohl der Blogbeitrag bezahlte Werbung enthält, ist nach der deutschen Rechtslage nicht erlaubt!

Dass Unternehmen oder Agenturen Blogger gleichwohl – im schlimmsten Fall auch noch absichtlich – dazu auffordern, solche Beiträge trotzdem nicht als Werbung zu kennzeichnen, ist nicht nur äußerst unseriös, sondern Blogger werden auf diese Weise auch noch dazu aufgefordert gegen das Gesetz zu verstoßen. Das kann und darf nicht der Anspruch an Blogger und die heutige Marketing-Landschaft sein.

Bedenklich für beide Seiten

Im Falle eines Verstoßes gegen die gesetzliche Kennzeichnungspflicht können sich weitreichende Folgen ergeben und zwar für beide Seiten. Denn abmahnfähig (mehr dazu hier) können sein:

  • der Blogger
  • das beauftragende Unternehmen
  • ggf. die vermittelnde Agentur

Wird schon nichts passieren? Ganz im Gegenteil: Der aktuelle Trend zeigt, dass immer mehr Blogger aufgrund fehlender oder falscher Werbekennzeichnung abgemahnt werden und zum Teil zur Zahlung von hohe Abmahnsummen bzw. Bußgeldern verdonnert werden.

Die Blogosphäre wandelt sich im Zuge ihrer Professionalisierung und wird künftig Gerichte und (hoffentlich auch) den Gesetzgeber beschäftigen. Wünschenswert ist eine eindeutige Klarstellung dahingehend, wie genau die Werbekennzeichnung zu erfolgen hat.

Auch ohne diese Klarstellung ist aber jetzt schon eines absolut eindeutig: Werbung muss auch als solche gekennzeichnet werden und daran sollten sich beide Seiten halten – sowohl der Blogger als auch der beauftragende Kooperationspartner.

Nicht die fehlende, sondern die richtige Werbekennzeichnung auf Blogs sollte die Regel sein!

Bild: rawpixel / Pixabay

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