Follow oder No Follow – Das ist hier die Frage!

Update 06.10.2019: Google hat unlängst Änderungen an seinen Linkbuilding Guidelines vorgenommen und neben dem nofollow Linkattribut noch zwei weitere, für Blogger relevante, Linkattribute „sponsored“ und „ugc“ eingeführt. Auch wenn der folgende Beitrag weiterhin Bestand hat, habe ich dir in diesem Beitrag alles Wissenswerte zu den neuen Linkattributen erklärt.

Wie du Kooperationen auf dem Blog rechtlich richtig kennzeichnet, das habe ich dir auf Bloggerlaw ja bereits in diesem ausführlichen Beitrag erklärt. Heute beschäftigen wir uns im Rahmen dieses Themengebietes aber ausnahmsweise einmal nicht mit Rechtsvorschriften, sondern mit etwas anderem, an dem du als Blogger über kurz oder lang nicht vorbeikommen wirst. Die Rede ist von den Google Webmaster Richtlinien!

Wenn es um Kooperationen mit Unternehmen oder anderen Partnern geht, solltest du diese Richtlinien keinesfalls außer Acht lassen. Wieso Googles Spielregeln zu gekauften Links bei Kooperationen unbedingt befolgt werden sollten und zwar vom Blogger und vom Kooperationspartner gleichermaßen, das erkläre ich dir im Folgenden.

Das Problem mit Do-Follow-Links

Jedes Mal wenn Google eine Webseite/einen Blog durchsucht, erkennt es die vom Betreiber gesetzten Links und „folgt ihnen“. Bildlich gesprochen klickt Google also ähnlich den Lesern deines Blogs, die im Blogbeitrag gesetzten Links an und betrachtet die Seite, auf die verlinkt wurde ein wenig genauer.

Zum Teil basiert der Rang einer Webseite in den Suchergebnissen von Google dabei auf der Analyse der Internetseiten, die Links zu dieser enthalten. Wenn nun also ein Link auf einem Blog platziert wurde, „glaubt“ Google, dass man diesem Link folgen sollte. Soweit so gut – bis hierhin verläuft alles nach Plan, denn diese sogenannten „natürlichen Linkstrukturen“ sind nicht verkehrt. Ganz im Gegenteil, diese benötigt Google sogar, um richtig zu funktionieren und für die Nutzer gerade die Inhalte herauszufiltern, die am besten zu deren Suchanfrage passen.

Wo liegt also das Problem?

Was Google absolut nicht mag ist, wenn jemand diese natürliche Linkstruktur manipuliert. Unternehmen und Internetmarketing-Firmen haben schnell erkannt, wie wertvoll ein gesetzter Link für das Unternehmen auf Blogs ist.

Zum einen stellen die Leser des Blogs potenzielle neue Kunden dar, indem sie durch den Link auf die jeweiligen Unternehmensseiten oder Online-Shops gelenkt werden. Zum anderen fließen diese Links unter gewissen Umständen in die Google-Analyse der jeweiligen Internetseite ein. Deshalb begann man, Links zu kaufen und diese in den redaktionellen Artikeln von Bloggern zu verstecken.

„Verstecken“ deshalb, da für Google nicht auf den ersten Blick bzw. Suchdurchlauf ersichtlich sein kann, ob es sich bei dem platzierten Link um einen gekauften Link handelt.

Denn natürlich darf man als Blogger auch auf externe Webseiten verlinken, um den Lesern dadurch einen Mehrwert zu schaffen und um auf andere interessante Beiträge aufmerksam zu machen.

Ist für die Platzierung des Links allerdings Geld geflossen und der Link eben gerade deshalb vom Blogger gesetzt worden, soll dies kenntlich gemacht werden, indem das sog. no-follow Attribut für den Link verwendet wird (dazu später mehr).

Dubiose Linkanfragen

Manche Kooperationspartner treten jedoch zielgerichtet an Blogger mit der Bitte heran, einen ganz normalen „do-follow“ Link zu ihrer Webseite/ihrem Produkt und eben gerade keinen sogenannten „no-follow“ Link zu setzen, obwohl sie dem Blogger dafür Geld bezahlen. Als Beispiel hier einmal eine Kooperationsanfrage, die ich für meinen Reiseblog erhalten habe:

Hallo Sonja,

erstmal vielen Dank für deine Rückmeldung. Dass dir […Name des Unternehmens…] gefällt und du an einer Kooperation mit uns interessiert bist, freut mich sehr! […Nähere Angaben zur Zusendung von diversen Produkten…]

Uns wäre jedoch wichtig, dass du unseren Link in den Post einbaust. Das Linkziel dabei wäre die entsprechende URL unseres Shops, welchen du mit einem passendem Linktext einbaust. Wichtig dabei ist noch, dass der Link möglichst weit oben im Text aufgeführt wird und es keine weiteren externen Links in dem Post gibt. Außerdem wäre es gut, wenn es sich dabei um dofollow-Links handeln würde. Kennzeichnest du deine Beiträge normalerweise als „Sponsored Post“? Ich freue mich auf deine Antwort und würde mich über eine Kooperation sehr freuen.

Viele Grüße und eine schöne Woche […Name…]

Meine Antwort lautet in diesen Fällen ganz klar: eine Kooperation kommt nicht in Frage! Daraufhin habe ich dann auch schon einmal diese dreiste Antwort (von einem anderen Unternehmen) erhalten:

„…unter diesen Umständen hätte der Link leider keinen wirklichen Nutzen mehr für unseren Kunden. Allerdings ist eine Abstrafung seitens Google in Ihrem Fall in aller höchstem Maße unwahrscheinlich, da in keinster Weise zu erkennen sein wird, dass es sich um einen gekauften Link handelt.“

Ich würde eher behaupten, dass das vielmehr im „höchsten Maße“ unprofessionell und noch dazu unverschämt ist, Blogger auf diese Weise auch noch für dumm verkaufen zu wollen.

Das No-Follow-Attribut

Doch was genau ist das No-Follow-Attribut denn nun eigentlich? Man kann es sich ungefähr so vorstellen: Immer wenn du einen Link auf deinem Blog setzt, wird er automatisch als Follow-Link platziert, ohne dass du dies extra einstellen müsstest.

Google erklärst du damit dann quasi:

  • Follow-Link: Hinter diesem Link befindet sich etwas Grandioses! Bitte folgen!

Es gibt nun aber auch die Möglichkeit, Google anstatt dessen mitzuteilen:

  • No-Follow-Link: Diesem Link bitte nicht folgen!

Um Google diese letztere Anweisung geben zu können, musst du eine Änderung am Link vornehmen und ihm das sogenannte rel=nofollow Attribut zuteilen. Dies geht zum einen, in dem du das Attribut folgendermaßen im HTML Code einbaust:

<a href="http://www.verlinkteseite.de" rel="nofollow"> Linktext </a>

Für WordPress-User ist es aber sogar noch einfacher, denn mit Hilfe des Plugins „Ultimate NoFollow“, kannst du bei Setzen des Hyperlinks einfach ein Häkchen anklicken, das den Link automatisch als no follow kennzeichnet:

 

Was passiert wenn ich den Link nicht auf no follow setze?

So viel schon mal vorab: Rechtlich gesehen passiert dir erst einmal gar nichts. Denn nicht verwechseln sollte man die Google Webmaster Richtlinien mit der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht von Werbung nach den Vorschriften des UWG.

Jedoch hat der Verstoß gegen die Google Webmaster Richtlinien trotzdem negative Konsequenzen, die zum Teil äußerst gravierend sein können.

So heißt es in den Richtlinien, dass ein Verstoß vorliegt, wenn Maßnahmen betrieben werden, durch die Links zu einer Webseite oder ausgehende Links von einer Webseite manipuliert werden. Dazu gehören:

Ge- oder verkaufte Links, die PageRanks weitergeben. Dazu gehören der Austausch von Geld für Links oder Posts, die Links enthalten, sowie der Austausch von Waren oder Dienstleistungen für Links. Darüber hinaus zählt dazu auch das Senden „kostenloser“ Produkte, wenn Nutzer im Gegenzug etwas darüber schreiben und einen Link einfügen.

Werden gleichwohl solche Links nicht mit dem No-Follow-Attribut versehen, besteht für Google die Möglichkeit, den Blog abzustrafen. Eine solche Abstrafung hat zur Folge, dass Google bestimmte Seiten oder im schlimmsten Fall sogar den gesamten Blog aus dem Google Index herausnimmt und dieser somit nicht mehr über die Suchmaschine aufgefunden werden kann. Da Google nicht nur in Deutschland die meistgenutzte Suchmaschine darstellt, sollte man dies natürlich tunlichst verhindern.

Besonders gut kann ich euch die Folgen einmal anhand des Falles „Interflora“ erklären. Dieser Online-Versandhändler kam vor einigen Jahren nämlich auf die grandiose Idee, Bloggern Blumen-Bouquets kostenlos zuzusenden. Die haben sich natürlich sehr darüber gefreut, insbesondere da zu gegebener Zeit auch noch der Valtentinstag kurz bevor stand. Wie passend!

Daraufhin taten diese erfreuten Blogger das, was jeder Lifestyleblogger in diesem Moment wahrscheinlich gemacht hätte: sie teilten ihre Freude darüber und verlinkten den Shop von Interflora – mit einem Follow-Link. Das ist Google aufgefallen, da über einen kurzen Zeitraum viele solcher Links zur Webseite von Interflora ganz plötzlich im Internet auftauchten.

Die Folge: Interflora wurde von Google dahingehend abgestraft, dass die Seite auf einmal gar nicht mehr über die Suchmaschine aufzufinden war. Was das für ein Disaster für einen Online-Versandhändler darstellt, ist unschwer zu erkennen. Erst nachdem das Unternehmen die Blogger massenweise dazu aufforderte, die Links zu entfernen, wurde die Seite wieder indexiert.

Wie macht man es also richtig?

Für mich ist die Antwort ganz klar: wer für eine Linkplatzierung eine Vergütung erhält, muss diese entsprechend als Werbung/Anzeige kennzeichnen – damit einher geht, dass folgerichtig der Link als No-Follow-Link entsprechend der Google Webmasterichtlinien gekennzeichnet werden muss.

Im Bloggeralltag

  • Werbung immer richtig kennzeichnen, um geltendem Recht zu entsprechen.
  • Die Werbekennzeichnung allein reicht allerdings nicht aus, um die Google Webmaster Richtlinien zu erfüllen. Hier ist es erforderlich, die entsprechenden Links mit dem No-Follow-Attribut zu versehen, um nicht abgestraft zu werden.
  • Möglich ist dies durch händische HTML-Anpassung des Links oder mithilfe eines Plugins, das dem Link das No-Follow-Attribut zuweist.

Bild: Goumbik / Pixabay

12 Comments
  1. Also ich biete auch nur no-follow Links an und finde es immer ärgerlich, dass so viele Blogger das anscheinend nicht machen. Würden sich da alle an die Richtlinien halten, dann würde sicherlich auch ein Umdenken stattfinden. Mir persönlich sind die Strafen von Google zu hoch, denn ein Blog lebt nun mal davon, dass er in der Suchmaschine gefunden wird. Übrigens antworten die meisten Unternehmen bei mir auch nicht mehr, nachdem ich dann geschrieben habe, dass ich nur no Follow anbiete. Finde ich auch immer etwas unhöflich, aber auf der anderen Seite denke ich mir dann ebenfalls, dass ich so eine Kooperation eh nicht eingehen möchte.

  2. Eine schöne Zusammenfassung! Das mit dem Page Rank solltest Du noch mal etwas genauer recherchieren. Der war vielmehr mal eine Kennzahl für eine Seite und wird seit fast 4 Jahren nicht mehr aktualisiert – er ist quasi tot.

    Liebe Grüße
    Danielle

    1. Liebe Danielle,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Mit dem Page Rank hast du natürlich Recht, ich habe den Begriff auch jetzt mal aus dem Beitrag genommen um keine Verwirrung zu stiften 😉

  3. Hallo,
    zuerst einmal vielen Dank für diesen Artikel, er konnte mir zumindest ein paar meiner Fragen beantworten.
    Allerdings stehe ich immer noch etwas im dunkeln, was das verlinken meiner eigenen Beiträge auf meinem Blog angeht. Häufig, eigentlich beinahe immer verlinke ich bereits geschriebene Artikel. Wie müssen diese gekennzeichnet sein? Als No-follow oder das als Do-follower?
    Habe gerade irgendwie ein wenig Angst, dass ich das die ganze Zeit falsch gemacht habe, denn ich habe sie als Follow-Link laufen. Und wie ist das, wenn jemand einen Gastbeitrag bei mir auf dem Blog veröffentlicht? Muss das dann auch ein No-Follow Link sein?
    Bitte entschuldige all die Fragen, aber ich bin noch nicht so lange dabei und habe bisher an anderer Stelle keine Antwort gefunden, zumindest keine zufriedenstellende…

    Ganz liebe Grüße
    Jean

  4. Hallo liebe Sonja, vielen lieben Dank für den ausführlichen Bericht. Ich bin noch recht „neu“ in der Bloggerszene und sauge alle Infos auf. Insbesondere deswegen, damit rechtlich nichts schief läuft. Das Problem ist sicher immer die Definition, denn ich setze bisher alle Links freiwillig und wurde nie dazu aufgefordert. Auch „Produktgeschenke“ habe ich bisher so bekommen und was ich damit mache bzw. schreibe, das war mir immer selbst überlassen. Bei mir ist es ein Mix aus allem und daher extrem schwer für mich, wie ich es einstelle, da ich bisher nicht „gekauft“ wurde. Ich habe trotzdem do-follow und no-follow gemischt, damit eine gesunde Struktur entsteht. Ich lese jetzt nochmal bei dir in den Artikel zur Werbekennzeichnung rein. Puh, ich finde es trotzdem alles recht schwierig rechtlich, da ich bisher weitestgehend aus eigener Intention meine Artikel verfasse.

    Danke dir,

    liebe Grüße

    Christine von
    http://pretty-you.de/

  5. Vielen Dank, jetzt bin ich endlich im Bild über die korrekte Verlinkung. Aber wie sieht das aus mit Gastartikeln? Dürfen die sich mit Follow verlinken? Ich denke da jetzt weniger an Unternehmen aber ich habe ein paar freiberufliche Autoren im Umfeld, die sich dann natürlich eher engagieren würden.

  6. Ich mag Deinen Blog sehr. Die Beiträge sind wirklich sehr gut verständlich, was bei Law Blogs nicht selbstverständlich ist. Möchtest Du nicht vielleicht mal was über die SSL-Diskussion für Webseiten mit Kontaktformular machen? Braucht man das jetzt wirklich? Und wie setzt man diese Cookie Sache abmahnsicher um? Da bin ich auch noch nicht wirklich schlau draus geworden. Toll wären auch Mustertexte für den Datenschutz, die man gegen Quellenangabe und Backlink benutzen dürfte. Zwar bieten das schon einige Seiten an, allerdings sehen viele dieser Seiten nach Abmahnbuden aus, die über die Backlinks vermutlich Adressen sammeln, die sie dann später wegen anderer Sachen abmahnen. Da würde ich viel lieber diesem tollen Blog Backlinks geben.

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